Welschlauf-Marathon

03.05.2014 – Welschlauf

Nachdem ich in den letzen Wochen (und Monaten) durch meine Vorbereitung für den Trail im Pitztal nur ganz selten Intervall- und Tempoeinheiten ins Training eingebaut habe, waren meine Erwartungen nicht sehr groß: natürlich, eine Zeit unter 3:15 sollte her und wenn es für eine Top-10-Platzierung reicht, wäre es auch schön. Auf der anderen Seite habe ich aber über die Wintermonate flotte Spinningeinheiten abgespult, bringe jetzt vier Kilo weniger auf die Waage und habe im Training viele Höhenmeter abgespult, was beim Profil des Welschlaufes mit seinen 1.369 Höhenmeter sicher von Vorteil ist.

Gleich nach dem Start löste ich mich gemeinsam mit Hermann Peindl und Siegfried Knar vom Rest des Feldes. Siegfried Knar mußte beim zu Beginn recht hohen Tempo (4:13/km auf die ersten fünf km) etwas rausnehmen und war dann bei km 7 schon deutlich hinter uns. So bildeten Peindl und ich das Führungs-Duo – da war auch mir klar, daß es heute durchaus für einen Platz am Stockerl reichen kann. Aber ein Marathon entscheidet sich (in diesem Fall leider) nicht nach den ersten sieben, sondern eben letzten paar Kilometern… Mein erklärtes Ziel war nun, ein Platz am Stockerl und mein Plan dafür war,  möglichst lange mit Hermann Peindl im Gleichschritt zu laufen und wenn es für mich zu hart werden würde (Peindl ist einfach eine Klasse besser als) mit guten Beinen und Reserven nach hinten hin einen Platz am Stockerl zu verteidigen.

Etwas vor der Halbmartahonmarke war es dann so weit: das Tempo war mir einfach zu hoch (km 21 durchlief ich nach 1:30:53) bzw. fand ich es für gescheiter, meinen doch noch recht niedrigen Puls (der Durchschnittspuls zwischen km 15 und 21 bewegte sich zwischen 160 und 165) weiter zu halten, als mit Gewalt noch ein paar km mit ihm zu laufen, den Puls rauf zu schrauben und am Ende die Rechnung präsentiert zu bekommen. Ich lief also alleine und konzetrierte mich, das Tempo halbwegs zu halten.

Um km 25 wurden dann die Beine etwas schwerer (was keine Überraschung war) um schließlich fünf km später so richtig hart zu werden. Von hinten näherte sich auch bereits aus der Ferne ein weiterer Läufer: mir war klar, daß ich den nächsten Anstieg verhalten angehen mußte – meine Beine waren am Limit und ein Krampf um km 30 würde mein Projekt „Stockerl-Platz“ wohl vernichten.

Bei km 33 wurde ich dann von Walter Krenn überholt: ein routinierter Ultra-Bergläufer mit vielen Siegen auf seinem Konto, der nicht unbedingt zu den spritzigsten Läufern gehört, aber sein Tempo dafür nahezu ewig halten kann. Ich machte also keine Versuche ihn zurück zu attackieren (abgesehen davon, wäre es vom Tempo auch nicht möglich gewesen – das macht solche Entscheidungen unheimlich leicht…). Ich lag jetzt auf Rang drei und war nach hinten sehr gut abgesichert: bei Blicken zurück war über rund einen km kein weiterer Läufer zu sehen. So bin ich den letzten Anstieg wirklich sehr verhalten gelaufen, um die letzten sieben km abwärts Richtung Ehrenhausen doch noch etwas Druck machen zu können bzw. mich nicht auf einen Schlusssprint einlassen zu müssen.

Bei km 38 war mir dann klar, daß schon wirklich viel schief gehen müßte und konnte die letzen km so richtig genießen: echt ein geiles Gefühl beim Zieleinlauf nach 3:05:15!

An diesem Tag hat für mich einfach Alles keklappt: der Kopf war (mangels eigener Erwartungshaltung im Vorfeld) ohne Druck, das Wetter (um die 15 Grad, hohe Luftfeuchtigkeit) kam mir sehr entgegen und die Betreung durch Christian (er kennt mich nach hunderten gemeinsam Trainingsläufen bestens) war perfekt…

    1. 2:57:19 Hermann Peindl – Running Team Lannach
    2. 3:03:41 Walter Krenn – LCA Hochschwab
    3. 3:05:15 Alexander Mai – Langmann & Partner Powerteam
    4. 3:08:7 Gollob Rene – Rig Deutschlandsberg
    5. 3:10:23 Siegfreid Knar – Freunde des Laufsports Austria

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