Hochkönigman

obligatorische Kontrolle der Pflichtausrüstung

Mit schlechten Vorzeichen bin ich nach Maria Alm angereist: wegen einer Verkühlung im Jänner und der Entzündung meiner rechten Achillessehne ab Feber waren die Umfänge im ersten Halbjahr nicht so berauschend und mein Ziel „g´scheit durchkommen“ auch nicht so hoch gesteckt. Durch den späten Schneefall war an ein Belaufen von Teilen der üblichen Strecke nicht zu denken. So wurde kurzerhand die Strecke geändert, wobei die Umfänge (84km mit 5.300Hm) nahezu gleich blieben. Den Lauf selbst kann ich in drei Teilen recht gut beschreiben: „finster, nass und rutschig“, „Selbstmitleid“ und „der Mann mit dem Hammer“. Um die Dramaturgie nicht an die Spitze zu treiben aber gleich vorweg – es ging gut aus :-)

Schummelzettel wie in alten Zeiten

Start war um Mitternacht in Maria Alm. Die erste kleine Runde (23km, 1.328Hm) ging über den Massingsattel und die Stabler Au wieder zurück zum Start, wo ich nach 3:06 angekommen bin. Die erste Stunde hat es leicht geregnet, was die Trails im Wald mit ihren vielen Wurzeln und Almen so richtig rutschig machte. Ich mag es weder, wenn es nass ist, noch mag ich Wurzeln und in der Nacht laufen liegt mir auch nicht so. Was ich aber noch weniger mag ist, wenn mir beim Übersteigen eines Weidezaunes
in der Dunkelheit aus dem Nichts 10.000 Volt einfahren (was noch dazu kommt ist die empfindliche Eintrittsstelle…). Meinen Vorsatz, bei der Labe in Rohrmoos (km 12) wenig zu trödeln, habe ich umgesetzt und bin auch recht zügig bei der zweiten Labe in Maria in die nächste größere Runde gestartet. Bis zum Massingsattel liefen wir auf der selben Strecke (das macht es noch schlimmer, dass ich an der selben Stelle wieder einen Stromschlag bekam) und kamen auf die große Runde über den Dientner Sattel, Hintermoos und Abergalm.

Bei der Labe in Hinterthal (km 35, 2.078Hm) war ich richtig guter Dinge und habe mich fit für den Tag bzw. Aufstieg auf den Dientner Sattel gemacht: Speicher und Proviant aufgefüllt, Socken und Handschuhe gewechselt und die Kapuze rübergezogen. Der Tagesanbruch hat die Temperaturen noch einmal ordentlich gedrückt. Über den Sattel bis zur großen Labe im Tal war es richtig hart. Ab 1.500m wurde es immer weißer und ganz oben waren Schneefelder über mehrere Kilometer zu überqueren. Teilweise schräge Hänge wo ich nur sehr schwer Halt fand und nur wenig weiter ging. Die nächsten drei Stunden schlugen sich sehr auf meine Stimmung. Ich hasste den Schnee, ich hasste die umgestürzten Bäume. Auf einen Baum kam ich zwar rauf, aber erst beim dritten Versuch runter, weil sich ein erster Krampf angekündigt hat. Oben angekommen (46,7km, 2.930Hm, 7:31) ging es nicht weniger leicht runter: Schnee, Bäume, Matsch… In Dienten (56,6km, 3.380Hm, 9:14) war ich schon sehr geschlaucht und lies mir etwas mehr Zeit und habe mir noch zusätzlich schnell ein Becherl Backerbsensuppe reingezogen, nochmal die Socken und diesmal auch das Shirt getauscht..

Vor mir lag mit knapp 1.900m noch der letzte, große Anstieg auf die Abergalm. Als ich erfuhr, dass es hier ausschließlich die Forststraße entlang ging, kam auch meine Motivation zurück. Es ging vergleichsweise flott hinauf und ich konnte über die
1:43 auch ein paar Plätze gut machen. Der letzte große Abstieg war dann aber doch nicht so leicht wie erhofft: wieder viele Trails und meine Freunde die Schneefelder. Meine Beine waren wirklich am Limit und ich hatte große Mühe, bei steileren Abschnitten nicht unkontrolliert zu schnell zu werden.

… Zwei km vor Maria Alm (wo es vor zwei über die Bundesstraße direkt ins Ziel ging) war diesmal noch der Natrun hinauf zu laufen. Zwar nur knappe 250Hm, aber zu diesem Zeitpunkt eine Herausforderung. Ich entschied mich, auch wenn das Risiko bestand nicht mehr hoch zu kommen, vorher noch drei, vier Minuten hin zu setzen, da ich ohne Pause sicher die dreifache Zeit hinauf benötigt hätte.

Ich nenne die Serie „der Verfall“: die Kilometerangaben könnten auch zum Alter passen :-)

km 35
km 56
km 76

Im Ziel war ich dann nach 15:05:39 was für den Gesamt 55. Rang und somit das erste Drittel aller Starter gereicht hat. Damit bin ich mehr als zufrieden, zumal ich vor zwei Jahren (bei anderem Streckenverlauf aber für mich günstigeren Bedingungen) 1:23 länger gebraucht habe.

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